WILDESHAUSEN
              Rundgang durch die Innenstadt

Wir beginnen unseren Rundgang durch Wildeshausen am Burgberg im Kurpark. Wildeshausens Geschichte holt uns sogleich ein.

1.Burgberg:

 An WildeshausenBlick v. Burgbs mittelalterliche Burg , erbaut Ende des 12. Jahrhunderts durch die Grafen von Oldenburg - Wildeshausen , erinnert lediglich der Burgberg, auf dem in wechselnder Gestalt eine Burg stand. Die nahe Hunte hatte hier einst mehrere Arme, einer führte dicht an den Burgberg heran.

Zwei Zugbrücken über den mit Huntewasser gespeisten Burggraben sicherten die Wohn - und Wehranlage. 1529 hielten die Münsteraner Stadt und Burg besetzt. Sie sperrten die Ratsmänner und auch den Bürgermeister Lickenberg in den Turm ein. Im 17. Jhd. verfiel die Burg  mehr und mehr . 1789 brach man den letzten Rest, den Turm ab. Der Burghügel blieb jedoch bis heute erhalten.

Nach dem 1. Weltkrieg errichtete man auf dem Burghügel ein  Mahnmal für die Kriegsopfer, nach dem 2. Weltkrieg wurden die Namen der Opfer dieses Krieges hinzugefügt. Vom Burgberg überblicken wir den weiten Kurpark mit Brunnenterrasse und Konzertmuschel, wo im Sommer sonntags regelmäßig Konzerte stattfinden. Über die nahe Hunte hinweg schweift der Blick zur Welgemarsch bis hin zum Katenbäker Berg.

2. Kurpark:Blick aus St.Peter

 Der Kurpark mit Springbrunnen, Konzertmuschel und Kneippanlage ist ein besonderes Schmuckstück des Luftkurorts Wildeshausen. Ein Blick vom nahen Burgberg zeigt besonders deutlich die Schönheit des gesamten Ensembles am nahen Hunteufer. Die Hunte mit den zahlreichen farbenfrohen Ruder - und Paddelbooten fügt sich harmonisch in das Gesamtbild des Kurparks ein. In den Sommermonaten finden hier sonntags regelmäßig um 11.00 Uhr die traditionellen Wildeshauser Sommerkonzerte statt.

Ein besonders imposantes Bild bietet der Park am späten Abend des Pfingstsonntags, wenn die Wildeshauser Schützengilde von 1403 hier das imposante Feuerwerk zur Eröffnung des traditionellen Gildefestes zündet. Auch der Aufmarsch der Gilde - Offiziere, der Wache und der anschließende große Zapfenstreich finden in jedem Jahr hier statt.

Wir begeben uns jetzt zur St. Peterkirche, gleich neben dem Kurpark. Ein Blick in das innere dieser erst jüngst grundsanierten Kirche lohnt sich.



3. St. Peter:

Mit einer ökumenischen Einweihungsfeier wurde am 27. 11. 1998 die St. Peter – Kirche für Gottesdienste wieder feierlich erSt.Peter (Winter )öffnet. Vom 02. 08. 1997 an durfte die kath. Kirchengemeinde die Gastfreundschaft der evangelischen St. Alexander – Gemeinde genießen.

Vom August 97 an mußte die St. Peter – Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen bleiben. 16 Monate aufwendige Umbauarbeiten waren erforderlich.

Es lohnt sich einen kurzen Blick in die Geschichte zu werfen: 1699 wurde die Alexanderkirche endgültig ev. lutherisch, denn in diesem  Jahr wurde Wildeshausen endgültig den Schweden zugesprochen.

Die Katholiken kauften noch 1699 ein Haus mit Nebengebäude. Aus einer Scheune entstand ein „einer Kirche ähnliches Gebäude“. Unter Hannoveraner Zeit (1700 – 1803) durften sie keine eigene Kirche errichten, erst 1810 erhielten sie unter Oldenburgischer Herrschaft die Erlaubnis der freien Religionsausübung und erbauten eine Kirche ( am 24. 11. 1811 eingeweiht).. Diese jedoch mußte 1822 (Konstruktionsfehler) geschlossen werden. 1824 schließlich wurde die heutige Kirche errichtet, sie erhielt 1910 den heutigen Turm. Dieser kurze Blick in die Geschichte zeigt eine lange Periode konfessionelle Abgrenzung – auch in Wildeshausen. Wie die ökumenische Einweihungsfeier von St. Peter eindrucksvoll zeigte, sind beide Gemeinden in Wildeshausen sich heute deutlich näher gekommen. Ein „hoffnungsvolles Zeichen gelebter Ökumene und Ansporn, auch in Zukunft eng zusammenzuarbeiten.Die Zeiten konfessioneller Abgrenzung sind in Wildeshausen vorbei, Gott sei Dank“ (R. Gryczan/H.Holtmann).

Vor St. Peter am "Lütgen Ort"fällt uns eine alte Pumpe neben einer Kastanie auf. Diese Pumpen waren typisch für die einstige Ackerbürgerstadt Wildeshausen:

4. Pumpengemeinschaften:Brunnen quer

 Außer dem Doppelbrunnen auf dem Marktplatz versorgten 18 weitere Pumpen die Haushalte mit Wasser. Jeweils 1 0 bis 14 Hausbesitzer sorgten als "Pumpengemeinschaft" für die Funktionsfähigkeit "ihrer" Pumpe. Reihum war einer aus dieser Gemeinschaft "Pumpenmeister" mit den entsprechenden Verpflichtungen. Er hatte z.B. die Pumpe wintersicher zu machen und bei Glätte um die Pumpe herum zu streuen. 1972 begannen Anwohner die alte Tradition der "Pumpengemeinschaften" neu zu beleben und restaurierten alte Genossenschaftspumpen. Dieser Nostalgie also verdanken sich die heutigen Pumpengemeinschaften Swienemarkt, Bolzensack, Kattenbüddel, Alexanderbrunnen und Kantorsbrunnen. Die Pumpen bereichern einerseits das Stadtbild , gleichzeitig finden die Pumpengemeinschaften hinreichend Anlässe aus der Wahrung ihrer Pflichten heraus immer wieder Anlässe für "feucht - fröhliche" Zusammenkünfte zu finden.

Wir gehen nach rechts die Burgstraße hinunter und sind nach ca. 150 m auf dem
Marktplatz.

5. Marktplatz:

 Den Mittelpunkt des historischenBrunnen-Alte Ap Wildeshausen bildet der Marktplatz mit seinem für Wildeshausen charakteristischen Gepräge. Nach westfälischer Art stehen die Spitzgiebel der Häuser mit der Giebelseite zur Straße hin. Steinfassaden haben heute die früheren Holzgiebel ersetzt. Heute prägt der Marktbrunnen von 1747 des Meisters Theophil aus Bremen diesen Platz. Dieser Brunnen wurde als Trinkwasserbrunnen für Mensch und Tier an der “flämischen Handelsstraße” genutzt. In heidnischer Vorzeit stand hier laut alter Sage eine Irmensäule. Nach der Eroberung Wildeshausens durch Münster wurde auf dem Marktplatz 1529 der Bürgermeister Jakob Lickenberg hingerichtet. Ein Stein im Boden erinnert daran. Das 1990 erbaute Stadthaus mit Glocken - und Figurenspiel gibt dem Marktplatz die frühere Geschlossenheit wieder zurück.



13. Geschichtsband

 Das Geschichtsband in der Pflasterung der Hunte - und Westerstraße ist ein 560 m langer Pfad aus chinesischem Granit. Es dokumentiert anschaulich WildeshauBlick durch d. Stele (Synagoge einmontiert)sens Geschichtsverbundenheit von der Vor - und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Zu einigen markanten Wildeshauser Geschichtsthemen sind Bildhauerskulpturen aufgestellt. Diese Kunstobjekte sind das Ergebnis eines Kunstwettbewerbs:

Die Granitstele von C. Bruhns in der Huntestraße erinnert an die Zerstörung der Wildeshauser Synagoge am   10. Nov. 1938, also am Tag n a c h der Reichspogromnacht.. “Und wir alle standen da und schauten zu”, so mahnt der Spruch  im “Guckloch” der Stele und erinnert an unsere Zuschauermentalität damals und heute. Eingraviert sind die Namen jüdischen Wildeshauser Mitbürger, Opfer unserer Zuschauermentalität. Die Wittekindstadt bekennt sich mit dieser Stele zu einem dunklen Kapitel ihrer Geschichte.

Die Bronzeplastik Waltbert vergegenwärtigt eine der bedeutendsten geschichtsträchtigen Persönlichkeiten Wildeshausens. Dieser Enkel des Sachsenherzogs Wittekind überführte 851 die Reliquien des hl Alexander von Rom nach Wildeshausen (Translatio), um die Christianisierung des Raumes zu fördern. Kinder haben Waltberts längst als "Spielgefährten" entdeckt.Der Zylinder (A. Boldt) ist Symbol für den Schwarzrock, die Wildeshauser Schützengilde von 1403, die sich aus der Zehntausend - Ritter - Bruderschaft entwickelte.Die Kunstwerke Verharren (Steinzeitgrab) als Symbold dafür, daß Wildeshausen Zentrum der Quadratmeile der Vor - und Frühgeschichte ist und Feuer (Erinnerung an die Stadtbrände von 1895 und 1900) sind derzeit leider noch nicht ausgeführt.

6. WaltbertWaltbert mit Kind

An der Westerstraße sehen wir eine mächtige Bronzeplastik , oft von spielenden Kindern umlagert: unser Waltbert, neben Alexander und Wittekind zum Wildeshauser "Dreigespann" gehörend. Das Jahr 851 war für Wildeshausens mittelalterliche Geschichte von bahnbrechender Bedeutung: Waltbert, Enkel des Sachsenherzogs Wittekind, überführte die Reliquien des hl. Alexander von Rom nach Wildeshausen, um die Christianisierung unseres damals nur dünn besiedelten Raumes zu fördern. Die Plastik zeigt Waltbert zu Pferde, in den Händen das "Alexander - Reliquiar". Geradezu schweifartig ausgeformt sein Name, unübersehbar die Jahreszahl 851 und der Schriftzug "Translatio". Von Fuldaern Mönchen wurde einst die "Translatio Alexandri" sehr ausführliche beschrieben. Die Bronzearbeit der Bremer Künstlerin.......ist das wohl auffälligste Kunstwerk im Rahmen der Neugestaltung unserer Innenstadt.

Auf dem Marktplatz stehend sollten wir unbedingt das Glockenspiel am Nordgiebel miterleben. Wie überall in Wildeshausen, so zeigt uns auch das Glockenspiel die Bedeutung der Gilde von 1403.


7. Glockenspiel:

 Den Glockenspiel mit FigurenumlaufNordgiebel des neuen Stadthauses ( 1990) ziert ein Glockenspiel mit Figurenumlauf. Es erinnert an das Leben der Bürger in der Geschichte dieser Stadt: Als erstes erscheint Bischof Hildebold von Bremen. Er schenkt 1270 die Stadtrechte und auch den Platz zum Rathausbau. Selbstverständlich fehlt nicht die Schützengilde von 1403 mit Offizier, Trommler und Wachsoldaten. Ein Schäfer mit Schaf erscheinen, eine Weißgerberin, ein Bauer und ein Kaufmann mit Pferd und Planwagen. Die Abendvorstellung beschließt der Nachtwächer mit Horn. Das Gesamtkonzept des Glockenspiels verdanken wir dem Engagement des Heimatvereins Düngstrup e. V. in Zusammenarbeit mit den Gremien der Stadt.Das Glockenspiel läßt immer wieder die Passanten innehalten und den bekannten Melodien lauschen.

In diesem Zusammenhang also auch kurz zu unserer Gilde.

8. GildefUlli2est (Pfingsten):

"Noch.... Tage bis Pfingsten". Nicht wenige Wildeshauser können diesen Satz jederzeit korrekt vervollständigen. Pfingsten, das meint für "alte Wildeshauser" ihr GILDEFEST ZU PFINGSTEN, die ganze Pfingstwoche. Die Schützengilde von 1403 hat bis auf den heutigen Tag eine besondere Beziehung zur traditionsbewußten Wittekindstadt: Der Bürgermeister ist General der Schützengilde, der Stadtdirektor "Chef des Protokolls" (Major). So läßt sich der Ausspruch verstehen: "Die Stadt Wildeshausen ist die Schützengilde, und die Schützengilde ist die Stadt Wildeshausen".

Im Geschichtsband der neu gestalteten Innenstadt ist die Schützengilde durch ein Kunstwerk besonderer Art vertreten, die Granitplastik “Zylinder” von A. Boldt. Die  Jahreszahl 1403 im Geschichtsband erinnert an dieser Stelle an die “Zehntausend - Ritter - Bruderschaft”, aus der sich die heutige Schützengilde von 1403 entwickelt hat.

9 Historisches Rathaus:

Das historische Rathaus (14./15. Jhd.), ein geradezu zierlich wirkender Backsteinbau aus dicken Backsteinen im "Klosterformat" mit markantem hochgotischen Treppengiebel, gibt dem Marktplatz ein unverwechselbares Gepräge. Als 1270 der Bremer Erzbischof Hildebold Wildeshausen die (Bremer) Stadtrechte verlieh, schenkte er ihnen das Gelände zum Bau des Rathauses. WildesRath.seitlhausen gehörte dann auch lange zu Bremen, und zur Erinnerung an diese Schenkung zierte ursprünglich - statt der heutigen Wetterfahne - eine hohe Eisenstange mit Bremer Schlüssel den Rathausgiebel. Zur Zeit, als Wildeshausen noch eine eigene Gerichtsbarkeit besaß, war das Rathaus Gerichtslokal und Ge fängnis. Heute ist der obere Rathaussaal als "gute Stube" der Stadt und dient den Ratsherren als Sitzungssaal. . Wie seit alters her ist zur Zeit des Gildefestes zu Pfingsten das historische Rathaus voll in die Festlichkeiten eingebunden. Wie andernorts im Mittelalter auch üblich, wurden auch bei uns am Rathaus  z. B. Pranger, Schandpfahl und Halseisen vorgehalten, ebenfalls ein Richterstuhl. Alles gleichsam mittelalterliche "Standardeinrichtungen". Hier im historischen Rathaus findet sich auch das Büro unseres Verkehrsvereins (Tel.04431 - 6564 - Fax:929264).

Über den Gildeplatz (Parkplatz mit Parkpalette) begeben wir uns jetzt zur Wittekindstraße, biegen dort links ab uns nach ca. 100 m stehen wir vor dem 1. Dampfkornbranntweinbrennereimuseum ( bitte nachsprechen!!). Ein Besuch lohnt sich garantiert, doch hier nur wenige Informationen dazu:

10.DampfkornbranBrennerei-Außenansichtntweinbrennereimuseum :

Das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum ist wie das Druckereimuseum von besonderer Originalität. Zwar könnte diese Brennerei morgen wieder jenen hochprozentigen Schnaps der Brennerfamilie Kolloge produzieren, der (angeblich) “keinen Kater kennt”. Doch nicht die “Schnapsfabrik” macht dieses schon äußerlich museal anmutende Gebäude zum Museum. Die gesamte Produktionsanlage entstammt original der Zeit der Industriellen Revolution, als durch die Erfindung der Dampfmaschine das moderne Industriezeitalter geboren wurde: eine einzige Maschine trieb nun eine Vielzahl anderer an, was damals wirtschaftliche und auch soziale Folgen gewaltigen Ausmaßes herbeiführte, u.a. eine Massenverelendung unvorstellbaren Ausmaßes. Letztlich war dies die Geburtsstunde z.B. des Kommunismus durch K. Marx und Fr. Engels. ”Die gesamte Anlage stellt ein technisches Kulturdenkmal dar. Die mehrgeschossig aufgebaute Brennerei ist derart in die bauliche Anlage eingepaßt, daß Gebäude und Betriebseinrichtungen eine unlösbare Einheit bilden. Die wesentlichen Bestandteile der Anlage, allen voran die Einkolbendampfmaschine mit Pendelregulator, entstammen der Gründungszeit und sind Repräsentanten einer abgeschlossenen Epoche der Technikgeschichte”. So beurteilt das Institut für Denkmalpflege dieses Zeitzeugnis.

Öffnungszeiten: Mai - September: sonntags von 15-18 Uhr

(und nach Vereinbarung für Gruppen)

Die Wittekindstraße führt zur Huntestraße. Von der Evron-Brücke (benannt nach unserer französischen Patenstadt Evron!) blicken wir rechts auf den alten Stadtteil Zwischenbrücken.

11. Zwischenbrücken:

Früher teilte sich die Hunte bei Wildeshausen in zwei Teile. Dazwischen lag eine Reihe Häuser, deZwischenbrücken im Mittelalterr heutige Stadtteil “Zwischenbrücken”. Er bildete einst ein eigenes Gemeinwesen mit einer gewissen Selbständigkeit und eigener Gerichtsbarkeit. Diese endete an der 4. Bohle der Huntebrücke. “Noch heute ziehen die Zwischenbrücker zur Fastnacht in feierlichem Zuge, zwei bei zwei, im Bratenrock und Zylinder mit ihren beiden gewählten Vorstehern auf das Rathaus, und hier wird jedes Jahr aufs Neue der Bürgermeister Zwischenbrückens bestätigt und auf sein Amt verpflichtet, nachdem er dem Rat der Stadt Wildeshausen seine Ergebenheit versichert hat.” (K. Sprengel, Führer durch Wildeshausen und Umgebung.1927). An diesem Rosenmontag haben die Kinder dieses Stadtteils noch heute schulfrei.

 Durch Privatinitiative wurde hier das Elektrizitätswerk vor dem Abbruch bewahrt Im Führer durch Wildeshausen von 1913 lesen wir von einem originellen Brauch im Zusammenhang mit diesem E-Werk:”Das Wildeshauser Elektrizitätswerk entbietet seinen Neujahrsgruß, indem es das Licht einen Augenblick ausschaltet. Da weiß man, was die Glocke geschlagen hat und gratuliert sich gegenseitig zum neuen Jahre”.

12. Wester - und Huntestraße

Wester - u. Huntestraße sind Wildeshausens “Hauptstraße”. Im Mittelalter war dieser Verkehrszug Teil der wichtigen Handelstraße Vlamsche Strat. 1995 erfolgte die Umwidmung der B213 zu einer Stadtstraße. Beide Straßen sind nunmehr eine verkehrsberuhigte Zone mit der OWesterstraße-Blick zu St. Alexanderption Fußgängerzone. Wildeshausen wird allgemein um seine neue Innenstadt beneidet.Bäume zu beiden Seiten haben den Charakter als “Hauptstraße” wieder hergestellt. Der PKW - Verkehr ist reduziert, die Option einer Fußgängerzone besteht.
Im nordwestlichen Fußweg der Wittekindstraße betont ein 560 m langes “Geschichtsband” aus Granit Wildeshausens Geschichtsverbundenheit von der Vor - und Frühgeschichte bis zur Gegenwart. Darauf aufgestellte Bildhauerskulpturen thematisieren spezielle Wildeshauser Geschichtsthemen. Im östlichen Fußweg plätschert ein 40 cm breiter und 12cm tiefer Wasserlauf. Brunnenelemente an dessen Anfang und Ende machen das Element Wasser gegenwärtig. Ein Tor - Bauwerk läßt den alten Wall als ehemaligen Stadtkernabschluß wieder sichtbar werden. Im Bereich der Wittekindkreuzung begrenzt ein neues “Eingangsbauwerk” den inneren Stadtkern.
Fahrbahn und Fußwege sind im gesamten Bereich dieser beiden Straßen nicht voneinander getrennt, es gibt keine Bordsteine. Die Huntestraße ist durch originelle Sinneserfahrungsobjekte zusätzlich ansprechend ausgestaltet.
Wir gehen durchKugelbrunnen - Huntestraße das stilisierte Tor an dieser Kreuzung und folgen langsam stadteinwärts dem Geschichtsband.  Am Kugelbrunnen (vor der Volksbank) biegen wir rechts ab zur Alexanderkirche.Umfeld der Alexanderkirche
Über die Kirchstraße erreichen wir die "Herrlichkeit", den mit hohen Linden bestandenen Kirchplatz der Alexanderkirche. Ein breiter, grüner Rasen hebt den aus mächtigen Granitquadern erbauten Westturm und das ganze Gebäude eindrucksvoll aus der Umgebung heraus. Ursprünglich besaß die Kirche zwei Türme, die jedoch 1214 und 1219 einstürzten. Das Wildeshauser Wappen erinnert noch an beide Türme. 1224 bereits errichtete man den heutigen wuchtigen, in sich stark gegliederten Turm. Der Remter, im Volksmund lange noch "altes Kloster" genannt, und der Kantorsbogen schließen unmittelbar an die Kirche an. Der Remter (Kapitelhaus) ist zwischen 900 und 1000 entstanden und ist das älteste Gebäude bewohnte Gebäude im Oldenburger Land. Im Mittelalter befanden sich hier der Speise - und Schlafsaal der Kanoniker (Chorherren), also der Stiftsgeistlichen. Geleitet von einem Probst führten sie ein mönchsähnliches geistliches Leben. Die Alexanderkirche mit ihrem gesamten Umfeld darf als eine der schönsten mittelalterlichen Kirchenanlagen Norddeutschlands angesehen werden.


15. Alexanderkirche

Die Gründung der Alexanderkirche fällt schon in die Zeit der Karolinger (Karl der Große +814). Waltbert, Enkel des Sachsenherzogs Wittekind (+807) überAlexanderkirch-Gesamtansichtführte die Reliquien des hl. Alexander von Rom über die Alpen nach Wildeshausen. Alexander war wie seine Mutter und seine Brüder den Märtyrertod zur Zeit der Christenverfolgungen des 2. Jahrhunderts gestorben.

Waltbert stiftete zu Wildeshausen ein Chorherrenstift (Alexander- Kapitel). Es sollte der Missionierung der umliegenden Gebiete (Lerigau, Largau) dienen. Wildeshausen wurde bedeutender mittelalterlicher Wallfahrtsort, was der Stadt wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Kirche und Stift besaßen große Schätze und Kostbarkeiten.Kirche und Kapitelsaal (jetzt Sakristei) waren reich mit Bildern  geschmückt. Durch dieBilder-  stürmer, den 30-jährigen Krieg und die Schwedenzeit ging vieles verloren.

Die Alexanderkirche ist die einzige Basilika im Oldenburger Land. Ihr Baustil dokumentiert den Übergang von der romanischen zur gotischen Bauweise. Der Fertigstellung im Jahre 1270 dürfte folglich eine lange Bauzeit vorausgegangen sein. Renovierungen brachten kunsthistorisch sehr wertvolle mittelalterliche Fresken ans Tageslicht.

Die Alexanderkirche ist Wildeshausens größtes Kunstwerk, weit über Norddeutschland hinaus bekannt. Liebhaber der Kirchenmusik schätzen die Kirchenkonzerte, besonders Orgelkonzerte auf der 1970 neu installierten Kleuker-Orgel.

17. Alexanderkirche - Inneres

Wir betreten die Kirche durch dieAlexanderkirche - Inneres schwere Kupfertür des Westbaus, vor uns eine breite Glaswand. In hellem Weiß liegt das Innere der Kirche vor uns. Ins Auge sticht sogleich das mächtige gotischeTriumpfkreuz (Eichenholz, 4,20m x 3,20m). Unter dem Kruzifix der Zwölfapostel - Altar, daneben die schlichte Kanzel (beides von G. Schreiter,Bremen). Hinter dem Altar in der Vierung der gotische Taufstein. Den Chorraum beherrscht das Glasfenster (Jugendstil). Dargestellt sind Christus, die vier Evangelisten und Szenen aus dem Martyrium des hl. Alexander.Das spätgotische Levitengestühl und das Sakramentshäuschen überstanden den Vandalismus der Bilderstürmer, insbesondere auch der Pelikan auf der Spitze des Sakramentshäuschens (Symbol für den Opüfertod Christi).Die leeren Postamente und das Holzrelief des Reliquienschreins (einst mit Edelsteinen ver ziert!) erinnern noch an die sinnlose Zerstörungswut damals.

Von ganz besonderem kulturhistorischem Wert sind die mittelalterlichen Fresken in St. Alexander. In der eigentlichen Kirche sind dargestellt: Maria und Elisabeth, die hl. Dreieinigkeit und die hl. Katharina (mit dem Rade). Alle drei etwa 15. Jhd.. Der Kapitelsaal des ehemaligen Chorherrenstiftes ist jetzt Sakristei und gehört zum Remter. So sind auchdie Malereien der Sakristei älteren Datums (Mitte bzw. Ende 13. Jhd.).

Zu nennen ist hier besonders ds "Reiterbild mit Jagdfalken", vermutlich Teil einer größeren Darstellung(Legende von den drei Lebenden und den drei Toten). Die Bilder erfüllten damals einen praktischen Zweck, da die wenigsten lesen und schreiben konnten. Sie waren "Bibel der Armen"(biblia pauperum), katechismus für die Analphabeten.

Über den "Nachtigallenweg" erreichen wir wenig später die "Düsternstraße" und biegen dort rechts ab. Zur Rechten die Pumpe der Pumpengemeinschaft "Kattenbüddel". Wenige Meter weiter erreichen wir links abbiegend den Wall,und biegen links ein..

18. WallWallgraben

Ein mit hohen Eichen und Buchen bestandener Wall umschließt noch heute einen Großteil des alten Stadtkerns und bezeichnet mit einem tiefen, trockenen Wallgraben den Grundriß früherer Befestigungen.

Im Mittelalter dienten die Wälle im Verbund mit der Stadtmauer der Verteidigung, gehörten also zur Wehranlage. War ursprünglich (9. Jhd.) lediglich der Bereich um die Alexanderkirche durch Holzplankenzäune geschützt, so bauten die Wildeshauser im 13. Jhd. schon die erste Mauer für die ganze Stadt. Sie sollte bei möglichen Fehden schützen. 1529 verlor Wildeshausen die Stadtrechte, die Mauer mußte abgerissen werden. Vorausgegangen war der Mord an einem Geistlichen. Ein Femegerichtsprach überdie wehrfähigen Wildeshauser Männer die Reichsacht aus und Bürgermeister Lickenberg wurde auf dem Marktplatz hingerichtet.

 1544 aber durfte immerhin zum Schutz Stadt ein Stadtwall mit Wallgraben angelegt werden. Das Wasser für den Graben lieferte die Hunte. Noch heute ist der Wall aus aus der Vogelperspektive als breiter Grüngürtel deutlich zur erkennen, so wie er einst als Begrenzung des alten Stadtkerns diente. Die Hunte ergänzte gleichsam als "natürlicher Schutz" die beiden Elemente der Stadtbefestigung, Mauer und Wall. So können wir heute über die Linie " Wall - Stadtpark - Wanderweg an der Hunte" den alten Stadtkern umwandern.

Elemente der Stadtbefestigung, Mauer und Wall. So können wir heute über die Linie " Wall - Stadtpark - Wanderweg an der Hunte" den alten Stadtkern umwandern.

19. Druckereimuseum

“OriginaDruck.Musle kommen gut an”, so auch das Druckereimuseum Wildeshausen. Dieses Museum ist kein Sammlungsort funktionsloser Exponate. Die gesamte Druckerei könnte sofort wieder arbeiten, so wie bis zum Jahre 1987, als hier noch die “Wildeshauser Zeitung” gedruckt wurde. Alle Geräte und Maschinen sind voll funktionstüchtig. Hier erlebt der Besucher die Entwicklung der Buchdruckerkunst bis zur Einführung des Fotosatzes, der größten technischen Revolution seit Gutenberg 1445. Die ausgestellten Druckmaschinen beeindrucken: Auf der hölzernen Spindelpresse wurde bis 1860 die Wochenzeitung “Die Hunte”gedruckt, auf dem Original Heidelberger Zylinderautomaten später die Wildeshauser Zeitung, nach dem Besitzer auch liebevoll “Löschen - Times”genannt. Einige Ausstellungsstücke seien  noch mit ihren Fachbegriffen genannt:Handboston, Bostontiegel, Heidelberger Tiegelautomat, Kniehebelpresse. Auch die Handsetzerei ist großzügig ausgestattet. Sie enthält z.B. zahlreiche Schriftregale mit Handsatz-, Steck- und Plakatschriften. Die Stereotype zeigt: Schmelztiegel, Flachgießer, Fräs - und Sägemaschine. Nicht zu vergessen der Bereich der Buchbinderei. Nach Voranmeldung ist das Druckereimuseum zu besichtigen, Gruppen bietet sich  die Möglichkeit einer fachkundigen Führung Tel.98910).

20. Pestruper Gräberfeld

Auch in dGräberfeld mit Heideblüteer Bronzezeit, als Bronze das nur mühsam herstellbare Steinwerkzeug ersetzt hatte, blieben die Bewohner dieser Landschaft treu. Ihre Toten bestatteten sie jetzt auf Gräberfeldern wie jenem europaweit einzigartigen Pestruper Gräberfeld, ca. 800m von der Hunte entfernt. Über 500 Graghügel verschiedener Form und Größe bezeugen noch heute diese Siedlung, die etwa 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung die Urnen mit der Asche aufnahm. Für jede einzelne Urne schichtete man einen Hügel aus Grassoden auf. Bei der Untersuchung des “Königshügel” wurden Siedlungsspuren der jüngeren Steinzeit (1900 v.Chr.) und rituelle Pflugspuren (Totenkult) aus der Bronzezeit (1100 - 700 v. Chr.) festgestellt. Beim “Königshügel” handelt es sich um Bestattungen aus verschiedenen Zeiten (späte Bronze - bis vorrömische Eisenzeit). Die Bauern, Viehzüchter, Jäger und Fischer zur Bronzezeit waren Zeitgenossen Ötzis aus dem Gletschereis: Nennen wir sie doch einfach Wildi und Geesta aus der Wildeshauser Geest! Jedenfalls wußten sie schon damals: "in Wildeshausen und umzu" läßt es sich gut leben.

20. Schafkoben bei Wildeshausen

Die WSchafk.-Pstr.Winterildeshauser Geest bedeckten früher sehr viele zusammenhängende Heideflächen; zu ihnen gehörte die Schafhaltung. Die Schafe waren in Schafkoben untergebracht. Deren Fundamente   bestanden aus dicken Findlingen, die fest im Boden lagen und das tief heruntergezogene Strohdach trugen.Den First deckte (zur Abdichtung) Heidekraut. Den Tieren dienten Heideplaggen als Streu. Diese mit Schafdung durchsetzten Plaggen wurden auf den Esch (=Brotland) zum Düngen des kargen Sandbodens gebracht.

Die Erfindung des Kunstdüngers machte diese Form der Düngererzeugung später überflüssig. Die Anzahl der Schafherden ging bald stark zurück, die Schafkoben wurden zweckentfremdet genutzt.

Auch im Gebiet um die Stadt Wildeshausen finden wir noch Schafkoben, z.B. den ( ) Schafskoben am Pestruper Gräberfeld, der noch heute zur Unterbringung einer Schafherde dient . Der ( ) Schafkoben bei Holzhausen ist Versammlungsort des Heimatvereins Düngstrup, der beide mit viel Engagement unterhält. 

21. Kleinenkneter - Steine 

AusgrKleinenknet Steine Iabungen (1934 - 1939) zwischen Wissenschaft und Ideologie

“Zu den hervorragendsten archäologischen Denkmälern auf der Wildeshauser Geest gehören die “Großen Steine” von Kleinenkneten. Sie wurden zwischen 1934 und 1939 ausgegraben, weil ein Oldenburger Architekt behauptete, sie seien nicht jungsteinzeitliche Gräber, sondern “germanische Gotteshäuser”. Die Auseinandersetzungen zwischen den Wissenschaftlern und “Phantasten” spitzte sich vor allem auch deswegen zu, weil sie in die Zeit des Nationalsozialismus fiel, der immer mehr versuchte, auch und gerade die Vorgeschichtsforschung ideologisch zu vereinnahmen und gleichzuschalten. So ist die Geschichte der Kleinenkneter Ausgrabung auch die Geschichte von Kooperation und Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Ideologie in nationalsozialistischerZeit”.

(Prof. Dr. Dr. Wegner, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover).

Hünenbett I:

Ausgrabungen in den 30-er Jahren ergaben, daß sich zwischen dKleinenkneter Steine IIen langen        Steinreihen (49mx7m) lediglich eine relativ kleine Grabkammer befand, im übrigen nur aufgeschichtetes Erdreich. Nach der Grabung wurde dieses Hünenbett so rekonstruiert, wie es zur Zeit der Jungsteinzeit ausgesehen haben könnte. Die Grabkammer ist durch einen schmalen Gang zu begehen. Dieser Zugang war ursprünglich durch einen großen Stein verschließbar.Verbaut wurden ca.280t Granit=19 Eisenbahnwaggons u. 280 t Erde (100 Eisenbahnwaggons).

Hünenbett II:

Dieses Megalithgrab enthält gleich drei Grabkammern. Dieser Befund macht sie zur einzig bekannten Anlage dieser Art überhaupt.Grabungsfunde waren Tongefäße u. Feuersteingeräte der Trichterbecherkultur, heute im Museum für Naturkunde und Frühgeschichte in Oldenburg.

21. Bargloy - vorgeschichtliche222 Denkmale:

Die Bargloyer Steinkiste datiert aus der Endphase der jüngeren Steinzeit . Zu dieser Zeit baute man sehr kleine Grabanlagen,sogenannte Steinkisten - gleichsam Kümmerformen der Großsteingräber. Die Steinkiste in Bargloy dokumentiert eine sich allmählich vollziehende Übergangsphase von der Stein - zur Bronzezeit. Deutlich zeigt sie die Steinbautradition der Jungsteinzeit: Steinplatten von 2x1,5m Größe sind in den Boden eingetieft. Bemerkenswert bei dieser Steinsetzung ist besonders der Deckstein mit seinen durch Steinbohrer erzeugten 25 napfförmigen Vertiefungen. Diese stehen vermutlich mit religiösen Vorstellungen und Bräuchen in Verbindung. Möglicherweise fungierte dieser Schalenstein als Opferaltar für eine religiöse Kulthandlung. Eine 1820 durchgeführte Grabung brachte hier ein Kurzschwert, 9 Pfeilspitzen, eine Bronzenadel und einen Bronzering aus der frühen Bronzezeit zu Tage.

Die Hohen Steine , ein Ganggrab emsländischen Typs mit ovaler Einfassung, wirken besonders wuchtig und eindrucksvoll. Auch in dieser Anlage (22mx10m) aus der jüngeren Steinzeit (2500-2000 v. Chr.) fand man eisenzeitliche Nachbestattungen.

Die Bauernschaft Bargloy ist uraltes Siedlungsgebiet; denn die nahe Brookbäke begünstigte ganzjährig die Wasserversorgung . Heute ist der idyllische Reiterort ein sehr beliebtes Ferienziel vor den Toren der Wittekindstadt.auernschaft Wildeshausens. Reiter prägen das Ortsbild. Mächtige Eichen und Buchen säumen die Ortseinfahrt und schmücken die großflächigen Grundstücke. Schmucke reetgedeckte, landschaftsprägende Fachwerkhäuser bäuerlichen Ursprungs fügen sich stilvoll in die Bauernschaft ein.
Wegen der besonderen Idylle dieses Ortes haben Feriengäste längst diese naturbelassene und stadtnahe (1 Km) Bauernschaft für ihren Urlaub entdeckt.
Unter Archäologen ist die Bauernschaft besonders wegen der prähistorischen Steinsetzungen bekannt (Bargloyer Steinkiste, Hohe Steine).

23. Landschaftstypische Reetdachhäuser

Landschaftstypisch für das Gebiet um Wildeshausen sind die reetgedeckten Bauernhöfe und Häuser mit ihren Nebengebäuden, die oft ebenfalls in traditioneller Schilfbedachung erstel227lt sind. Umgeben von mächtigen Buchen und Eichen prägen diese Gebäude die Landschaft um Wildeshausen.
Einige Beispiele: Eine beachtenswerte Anlage ist der  Hof Ahlers in Pestrup bei Wildeshausen: Der Vordergiebel des reetgedeckten Zweiständer - Hallenhauses stammt aus dem Jahre 1747. Der Hof ist noch bewirtschaftet.

Die größte (ehemalige) Hofanlage in Bargloy (www.bargloy.de) gehörte zum Doppelhof Müller - Bargloy, seit einigen Jahren vom neuen Besitzer zum reinen Wohn - u. Geschäftshaus umfunktioniert und sehr großzügig renoviert.

 Eine weitere große (ehemalige) Hofanlage ist der Eichenhof, inzwischen ebenfalls aufwendig renoviert. Auch eine alte reetgedeckte Durchfahrtscheune konnte in Bargloy vor dem Verfall gerettet werden. Heute ist dieses Reetdachhaus (Nr. 12) eine Ferienwohnung für Urlauber im Reiterort Bargloy. Das originelle Reetdachhäuschen auf über 2000qm Grundstück mit urwüchsigen Buchen und Eichen umzieht ein  Kranz von über ca. 350 Sprossenfenstern.
 PS. In der malerischen Nachbargemeinde Dötlingen finden sich besonders viele Reetdachhäuser.

24. DKriegerdenkmal in Düngstrupüngstrup

In Düngstrup spielt Landwirtschaft auch heute noch eine wichtige Rolle. Die Bauernschaft gehört wohl zu den pferdereichsten Orten der Region. Erstmals wird die Bauernschaft 872 als Dungestorpe mit zwei Höfen erwähnt, seit dem 16. Jahrhundert sind es bereits sieben. Um 1900 zählt Düngstrup bereits 18 Haushalte mit 108 Einwohnern. Eine besondere Bedeutung erlangte die Bauernschaft, als hier von 1850 bis 1934 die Landgemeinde ihren zentralen Sitz hatte. Im Ortskern fällt besonders das wuchtige Kriegerdenkmal ins Auge, ein ganz besonderes Zeitzeugnis. Bemerkenswert sind hier die Inschriften als Zeugnisse zeitbedingten Denkens zwischen den beiden Weltkriegen. Die Inschriften geben uns heute zu Denken. Zu nennen ist der Heimatverein Düngstrup, er bereichert durch vielfältige Aktivitäten das kulturelle Leben der Wittekindstadt unübersehbar.












25. Dötlingen

Wer Wildeshausen besucht, sollte unseren malerischen Nachbarort Dötlingen nicht verpassen.

Das Dorf Dötlingen, erstmals 1203 erwähnt, liegt 6 Km von Wildeshausen entfernt - ein BilderbFachwerkhausuchdorf malerisch am Hang zur Hunte. Von der Jahrhundertwende bis 1914 war es Künstlerkolonie; u.a. wirkten hier die Maler Müller vom Siel, Otto Pankok, Karl Dehmann und August Kaufhold. Unter hohen Eichen und Buchen finden sich noch zahlreiche reetgedeckte Fachwerkhäuser im Niedersachsenstil, so im  Dorfring das größte Niedersachsenhaus in Vierständerbauweise, der Tabkenhof (Maße: 58 m Länge, 17m Breite), davor die 1000-jährige Dorfeiche.

Die kleine, aber wuchtig wirkende Feldsteinkirche St. Firminus datiert aus dem Jahre 1100. Der klotzige Turm und die kleinen Fenster sind romanischen Ursprungs, spätere Verlängerungen des Kirchenschiffs brachten gotische Stilelemente. Früheste intensive Besiedlung Dötlingens bezeugen 11  jungsteinzeitliche Grabanlagen. Wie Wildeshausen, so ist auch Dötlingen ein beliebter Urlaubsort der Wildeshauser Geest. (Tel. 04432 - 950 - Fax:950 - 100).

26. Dötlingen - St. Firminus

Benannt ist die Kirche nach dem hl. Firminus, Bischof von Amiens, der im 4. Jhd.den MärtyrSt. Firminus mit Eicheertod auf dem Scheiterhaufen starb. Die Dötlinger Firminus - Kirche ist erstmals 1270 beurkundet, als der Innenraum um den heutigen gotischen Altarraum bereits erweitert war. Der älteste Teil mit frühromanischen Stilelementen stammt aus der Zeit um 1100. Der gotische Anbau erfolgte um 1250. Wie bei Feldsteinkirchen üblich, steht der Tur im Westen, sein Mauerwerk mißt teilweise 1,80m. Bis 1949 deckten den Turmhelm noch Halbrundpfannen (sog. Mönch + Nonne). Typisch für die frühromanische Baukunst sind außen die mächtigen Granitquder, innen die überputzten Granitsteine. Zwischenräume wurden mit Kalkmörtel und Gußmauerwerk ausgefüllt. Im Innern fällt der reichverzierte barocke Altaraufbau ins Auge, ein auffälliger Gegensatz zum schlichten wuchtigen Gemäuer der Firminus - Kirche. Um 1613 dürften die Emporen eingebaut sein. .Im Gefolge der sich im Umland auswirkenden Gegenreformation "flüchteten" viele Anhänger der Lehre Luthers z.B. aus Wildeshausen zum Gottesdienst nach Dötlingen. Dadurch war St. Firminus zu klein geworden.

28. Dötlingen - aPüttenhausllgemein

Erstmals wird Dötlingen als Thutelinge 1203 erwähnt. Landschaftlich bevorzugt bietet der Ort heute dem Urlauber das Bild einer besonders gastlichen Gemeinde. Bekannt ist Dötlingens Gastronomie durch kulinarische Spezialitäten. Zahlreiche urige Landgasthöfe servieren im Frühjahr z.B. Spargelgerichte (direkt vom Erzeuger), auch Wild - und Fischspezialitäten bereichern die Speisekarte. Nicht zu vergessen die zünftigen Kohlfahrten, sobald der erste Frost den Grünkohl „reif“ gemacht hat. Serviert mit Kochwurst, Kasseler, Speck und Pinkel ist gerade Dötlingen für dieses „ Oldenburger Nationalgericht“ Anlaufstelle.

Landschaftlich bevorzugt ist der romantische Ort durch seine reizvolle Umgebung mit imposanten Wäldern, Heideflächen und Flachmooren. Ganz besonders aber prägt die Hanglage zur Hunte den malerischen Urlaubsort mit einer Fülle von alten Reetdachhäusern.

War Dötlingen schon vor dem 1. Weltkrieg Künstlerort, so verweilen auch heute Kunstinteressierte gern in Dötlingens Galerien. Ein kultureller Mittelpunkt besonderer Art ist das Püttenhaus. Handwerkliche Töpfer-, Webe- und Schmuckarbeiten sind hier z.B. regelmäßig zu bewundern. Wegen des besonderen Flairs dieses kleinen Reetdachhäuschens werden hier seit geraumer Zeit auch Trauungen in stilvoller Umgebung vollzogen.

Die Geestlandschaft lädt ein zum Wandern, Radfahren und natürlich zu Reiten. Auf der nahen Hunte sind Kanufahrer nicht mehr wegzudenken und Angler versuchen hier und an den Zahlreichen Angelteichen ihr Glück.

29. Huntemotive

Die Hunte Paddelnde Kinder auf der Hunteentspringt auf der Südseite des Wiehengebirges, durchquert das Gebirge, den Dümmersee und schlängelt sich weiter in      zahllosen Krümmungen durch das Olden -burger Land, um schließlich bei Elsfleth in die Weser zu münden.

Zwar hat der Fluß in den 30 - er Jahren durch Begradigungen zahlreiche dieser Mäander und damit viel natürliche Schönheit verloren - ein Naturparadies ist die Hunte dennoch geblieben. Nicht zuletzt aus Gründen des Hochwasserschutzes besinnt man sich heute wieder auf Sinn und Nutzen der Schleifen. So werden immer mehr "tote Huntearme" (Reste der einstigen Schleifen) wieder an den Fluß "angeschlossen". So erhält die Natur teilweise wieder zurück, was ihr reines Nutzendenken einst leichtfertig entrissen hat: Schönheit und Natürlichkeit. So erhält auch den Artenreichtum von Tier - und Pflanzenwelt in diesem Urstromtal wieder eine Chance. Das tief in unsere leicht hügelige Landschaft eingeschnittene Tal der Hunte ist nach wie vor ein prägendes Landschaftselement der gesamten Region.

Der Huntebereich um Wildeshausen und Dötlingen darf mit zu den schönsten gezählt werden. Zum Glück für Naturfreunde und Angler ist ihr Lauf in unserem Bereich noch urwüchsig gewunden. Kein Wunder, daß gerade auch Künstler der Dötlinger Malerkolonie (Müller vom Siel u.a.) um die Zeit vor dem 1. Weltkrieg immer wieder die Natumotive an der idyllischen Hunte in ihren Bildern festgehalten haben. Angler und Wassersportler mit Ruder - und Paddelbooten (Wildeshauser Wassersportverein) beleben in den warmen Monaten den Fluß.

Nehmen Sie sich doch einmal Zeit für einen geführten
Spaziergang durch unsere schöne Stadt,